Grüne Schildkröte Abu Dabab

Grüne Schildkröte Abu Dabab

Wir hatten noch eine Woche Urlaub für das Jahr übrig und wollten diese eigentlich in Kroatien in der Diveloft verbringen. Doch ein Blick auf die Wetteraussichten für unsere geplante Urlaubswoche im September lies uns an dieser Idee zweifeln.  Es war Regen vorhergesagt und es sollte kälter als erwartet sein.

Pyjama Chromodoris

Pyjama Chromodoris

Da wir momentan keine Trockentauchanzüge haben, gefiel uns der Gedanke vom Tauchen bei Regen, Wind und kühlem Wetter gar nicht. So besuchten wir mal wieder die Urlaubspiraten und wurden erneut schnell fündig: 1 Woche Ägypten, AI im Three Corners und Flug nach Marsa Alam zu einem sehr guten Preis. Für uns beide zusammen weniger als 900 EUR. Reiseveranstalter war 5vorFlug, die zu FTI gehören – und alles ohne Air Berlin.

Blaupunktrochen

Blaupunktrochen

Bis zu diesem Zeitpunkt sind wir davon ausgegangen, dass wir das Three Corners Fayrouz Plaza Beach Resort gebucht hatten. So kontaktierten wir die Extra-Divers Basis vor Ort und kündigten unser kommen an.

Leider hatte die Maschine von Sunexpress Verpätung und flog erst gut 2 Stunden später von München los. Was zu einer Ankunft mitten in der Nacht – nach Marcels Geburtstag -führte. Aber bei dem Reisepreis ist man ja toleranter und froh, wenn der Flieger fliegt und dann noch heile ankommt. Der Flug selber war amüsant, denn die Crew war unglaublich humorvoll und zu Späßen aufgelegt. Obwohl kein Entertainmentsystem an Bord war, haben wir uns köstlich amüsiert. Da haben selbst wir bei der Landung applaudiert.

Rousseaus Seeigel (Microcyphus Rousseaui)

Rousseaus Seeigel (Microcyphus Rousseaui)

In Ägypten angekommen kam es dann zur großen Überraschung, wir hatten unsere Reiseunterlagen nicht genau gelesen und waren nicht im Three Corners Fayrouz Plaza Beach Resort sondern im Three Corners Sea Beach Resort, dem ehemaligen Triton Sea Beach. Nach einem kurzen Schreckmoment – Gibt es dort überhaupt eine Tauchbasis?  – und einer schnellen Internetrecherche waren wir dann beruhigt. Scheint auch alles zu passen.

Grüne Schildkröte (links) und Marcel (rechts)

Grüne Schildkröte (links) und Marcel (rechts)

Trotz unserer sehr späten Ankunft hätten wir etwas zu essen bekommen können, worauf wir aber verzichteten. Der Check-In verlief problemlos und wir wurden auf unser Zimmer geleitet – recht nah an der Tauchbasis.

Grüne Schildkröte Abu Dabab

Grüne Schildkröte Abu Dabab

Nach dem Ausschlafen und einem reichhaltigen, typischen Touristenhotelfrühstück mit gruseligem Kaffee (NescafeAutomat, eine Erfindung aus der Gourmet-Hölle) ging es so schnell wie möglich zur italienisch geführten Seaworld Tauchbasis, schliesslich wollten wir noch einen Tauchgang absolvieren.

Kleiner Goby auf Peitschenkoralle

Kleiner Goby auf Peitschenkoralle

Die Tauchbasis ist der absolute Hammer und übertrifft alle anderen Basen, die wir zuvor erlebt haben. Endlich eine Tauchbasis in Ägypten, die den Gast so umsorgt wie man es aus den asiatischen Ländern kennt. Die Crew baut einem das Tauchgerät zusammen und bringt es einem zum Steg ans Hausriff, selbst die Kameras wurden uns für uns getragen. Spülen hinterher und Sachen zum trocknen aufhängen wurde einem auch abgenommen. Bei Tauchausflügen  kam man am Tauchplatz an und das Tauchgerät war schon ordentlich zusammengebaut. Kein langes hantieren in der Ägyptischen Hitze.  Einfach in den Tauchanzug schlüpfen und ab ins Wasser.

Grüne Schildkröte Abu Dabab

Grüne Schildkröte Abu Dabab

Extra-Wünsche wurden einem auch erfüllt, wir wollten unbedingt noch am letzten Tag nach  Abu-Dabab, auch wenn es nicht auf dem Plan stand, die Basis hat es möglich gemacht und Jule tolle Fotos ermöglicht (mehr dazu hier).

Spanische Tänzerin - Hexabranchus sanguineus

Spanische Tänzerin – Hexabranchus sanguineus

Nachttauchen war jeden Tag am Hausriff möglich, ohne Diskussion oder genervter Basis. Die Einstiegszeit konnten wir selber wählen, es waren also keine Dämmerungstauchgänge wie oft üblich sondern richtige Nachttauchgänge – und das solange man wollte (mehr dazu hier).

Geisterpfeiffenfische

Geisterpfeiffenfische

Dazu kommt noch, das die ganze Belegschaft nett und zuvorkommend war und das nicht erst am letzten Tag, wo alle auf Trinkgeld hofften. Also von der Basis und das in einem normalen Touristenhotel sind wir sehr beeindruckt. Das Hausriff war für Taucher tagsüber ok und nachts fantastisch.

Abu Dabab - Nordriff

Abu Dabab – Nordriff

Das Hotel selber war auch brauchbar, mit einem passenden Preisleistungsverhältnis und sehr gemischten Publikum aus Deutschland, Bayern, Österreich , Italien, Ägypten und ein wenigen Osteuropäischen Ländern.

Abu Dabab Nordriff

Abu Dabab Nordriff

Das Essen war typisch für diese Art von Hotels. Frische Pasta ging immer. Blöd war nur die Getränkeversorgung, es gab kaum Wasserspender, man musste immer an irgendwelche Bars – etwas was wir nicht so mögen. Wir haben immer den Zimmerman bestochen uns mehr als die eine Wasserflasche aufs Zimmer zu stellen. Geht auch, ist aber nicht Sinn von AI. Ansonsten hat einen die Tauchbasis kostenlos mit Wasser versorgt. Was sehr nett und zuvorkommend ist, aber das sollte eigentlich die Aufgabe des Hotels sein.

Großmaulmakrelen

Großmaulmakrelen

Kleine Anmerkung am Rande, das Hotel hat keinen Geldautomaten, also genügen Kleingeld zum Bestechen mitnehmen.

Rotfeuerfisch

Rotfeuerfisch

Fazit

Alles in allem hat uns diese eine Woche viel besser gefallen als die zwei Wochen letztes Jahr, der Erholungseffekt war auch eingetreten. Daran ist die Tauchbasis nicht unschuldig, denn in Ägypten wurden wir noch nie so gut umsorgt. Aber zwei Wochen sind schon viel besser als nur eine einzige.

Graue Muräne

Graue Muräne