Bathala Island und eine Nacht in Dubai

 Prolog

Bathala im Vorbeiflug

Bathala im Vorbeiflug

Jule wollte schon seit längerer Zeit auf die Malediven. Mit Bathala hat am ersten Dezember eine alte, legendäre Taucherinsel  wieder für den deutschsprachigen Markt geöffnet. Die Insel sollte noch den “ursprünglichen” Maledivenflair besitzen und Erholung ohne Spa und Wasserbungalows bieten. Anders als viele der neu eröffneten Inseln sollte es hier nur um Tauchen, Schnorcheln und Entspannen gehen. Man bräuchte keinen Schlips, noch nicht einmal Schuhe für den ganzen Urlaub.  Die Chance am Anfang mit dabei zu sein wollten wir uns nicht entgehen lassen.
Das Buchen gestaltete sich als gar nicht so einfach, da wir recht spät dran waren. Die ganze Welt, so schien es, wollte nach Bathala. Aber Beluga  konnte uns ein günstiges Angebot, samt einer Nacht in Dubai erstellen. Vielen Dank für die Flasche Wein, die wir nach Heimkehr unserer Reise von Beluga geschenkt bekommen haben. Das ist mal eine tolle Idee und versüßt zumindest einen Abend im kalten Deutschland…

Bathala vom Steg

Bathala vom Steg

Bathala Beach

Bathala Beach

Wir haben  schnell zugeschlagen und harrten dann der Dinge. Die Inseleröffnung verschob sich von November auf Dezember. Den Fortschritt konnte man im Inselblog live verfolgen.
Im Malediven.net kamen dann die ersten Rückmeldungen. Von Mantas im Hausriff wurde berichtete, das Hausriff gelobt und über die chaotischen Zustände auf der Insel gejammert. So soll es zu wenig Stühle und Liegen gegeben haben, das Essen war manchmal Mangelware aber wohl sehr lecker und die Musik in der Bar wurde auch von einigen bemängelt. Unsere Abreise rückte immer näher. Wir buchten eine Parkplatz für Bertha am Münchner Flughafen (17 Tage für 90 Euro im normalen Parkhaus).
Für die Flüge reservierten wir über die Website von Emirates kostenlos unsere Plätze. Natürlich immer mit Fenster und Aussicht auf maledivische Atolle und die arabische Wüste. Die Essensauswahl war sehr beeindruckend. Für jede Religion und jedes Gebrechen gab es ein eigenes Menü, z.B. für eine indische Vegetarier Religion, deren Anhänger nur Gemüse und Früchte essen, die über der Erde wachsen… Jule buchte sich verschiedenste vegetarische Menüs und Marcel das laktosefreie Essen. Natürlich auch wieder kostenlos. Während des Fluges bekommen Essensvorbucher ihr Essen vor der Massenverköstigung.  Dann war es endlich soweit. Wir fuhren vor dem großen Wetterchaos Richtung FJS-Airport.

Bathala vom Boot

Bathala vom Boot

Beim Hinflug nach Dubai hatten wir den A380. Wow. Was für ein geiler Flieger. Viel Platz, riesig und bequeme Sitze dazu. Um es kurz zu machen, alle Flüge mit Emirates waren super, das internationale Team an Bord eine erfrischende Wohltat. Emirates werden wir auf jeden Fall wieder nehmen. Den Aufenthalt im Dubaier Flughafen nutzen wir für Shopping und Bewegung. Außerdem war es spannend die vielen Menschen verschiedenster Ethnien, Nationalitäten und Religionen in teilweise traditionellen Gewändern zu beobachten. Es war so ein bisschen wie in den Geschichten aus 1001 Nacht.

Malé

Gelbflossentunfisch in Male

Gelbflossentunfisch in Male

Morgens um 8:30 Ortszeit kamen wir in Male an. Das Wetter war leicht bewölkt und angenehm warm. Die Einreise verlief auch für das Schweinchen problemlos. Nach einigem hin und her sind wir dann zum Schalter des Hotels gekommen. Unser Boot sollte erst um 13:30 gehen. Aber aufgrund des schlechten Wetters gab es für uns kostenlos ein Airtaxi. Da dieses auch erst gegen Mittag gehen sollte (was aber leider 15:30 wurde) bekamen wir noch eine kostenlose Stadtführung durch Male. Präsidentenvilla und aller Präsidentenpalast, alte Mosche, Fischmarkt, Gemüsemarkt und das alles vor den Unruhen.

Im Air-Taxi

Im Air-Taxi

Nach längerer Wartezeit im Wasserflugzeug-Terminal ging es dann endlich mit dem Airtaxi nach W-Island (einem Luxusresort mit DJane und chilliger Musik bei unserer Ankunft) und von dort mit dem Dhoni nach Bathala.  Wer zu viel Geld hat kann sich im W-Resort eine Suite mit Glasboden in der Dusche, eigenem Grill und anderen Luxusschnickschnack für 15.000 USD pro Nacht mieten. Günstiger geht es auch. So um die 2500 USD pro Nacht… (Die Hälfte der maledivischen Bevölkerung muss mit weniger als 1 USD pro Tag auskommen. Also 41 Jahre auf alles auf alles verzichten und von Luft und Liebe leben um sich dort eine Luxussuite für eine Nacht zu gönnen…)

Air-Taxi

Air-Taxi

In Bathala sind wir dann erst nach 17:00 Uhr eingetroffen.  Ein bisschen spät, schließlich waren wir recht lange auf den Beinen.
Der Empfang war nicht so pompös, aber ein feuchtes Handtuch und einen Willkommensdrink gab es trotzdem.

Ab der Ankunft auf Bathala wurden die Schuhe ausgezogen und wir liefen die ganze Zeit barfuß herum. Toll.

Die Insel

Bathala Beach

Bathala Beach

Bathala ist eine wirklich kleine Insel. In der Mitte lag die “DDR”, der eingemauerte Bereich der Arbeiterklasse. Außenrum war das kapitalistische Ausland, bestehend aus kleinen Bungalows. Die teilweise recht dicht beieinander standen. Unserer Meinung nach ist Bathala zu dicht bebaut. Unser Bungalow lag in der ersten Reihe, in der Nähe vom neuen Steg, aber weit genug weg von DDR mit ihrem Stromgenerator und dem Steg. Es war himmlisch ruhig und roch auch nicht nach Diesel wie auf der anderen Seite. Und viel leiser als am Volleybaldfeld oder am Versorgungssteg war es auch.

Das Häuschen

Unser Bungi (Nr.130) war auch schon einmal renoviert worden – nicht gerade letzte Woche – aber im Gegensatz zu den ganz alten Bungis hatten wir Klimaanlage und Quirl an der Decke, auch blätterte bei uns keine Farbe von den Wänden. Unser Bad lag komplett im freien. Auch wenn wir es uns teilen mussten – das hat die Gecko-Gewerkschaft verlangt.

Unsere Mitbewohnerin

Unsere Mitbewohnerin

Man konnte beim k*** die Sterne sehen und sich beim Duschen die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Sehr schön. Man darf sich aber nicht vor Insekten (Ameisen, Tausendfüssler), Spinnen (recht groß und ungiftig) sowie Geckos (sehr zahlreich) ekeln oder fürchten. Besonders Ameisen gab es massenhaft. Leider auch immer wieder im Bett. Aber dafür keine Moskitos.
Die Betten waren bequem und Steckdosen hat es auch genug gehabt und wir konnten unsere 10 Ladegeräte gut nutzen…

Bewohner der Insel

Flughund

Flughund

Neben den Touristen und den Arbeitern wohnen auf Bathala zwei Reiher, einige Rallen, viele kleine Echsen, oben genannte A,B und C-Meisen sowie etliche Flughunde. Das sind kleine vegetarische Vampire, die manchmal einen heiden Lärm machen und gerne auf die Gäste schieten…

Raben und Möwen gab es auch. Palmhörnchen wurden nicht gesichtet.

Das Restaurant und die Bar

Bathala bei Nacht

Bathala bei Nacht

Das Restaurant und die Bar waren barfußgeeignet. Alle, auch viele Kellner, liefen die ganze Zeit ohne Schuhe rum, dem Sand sei gedankt.
Die Musik war wirklich Old-School. Final Countdown von Europe gab es täglich mehrmals…

Bathala Steg

Bathala Steg

Bathala

Bathala

Zum Frühstück gab es entweder die englische Variante mit Würstchen, Bohnen und Speck. Daneben auch die maledivische  mit einem Gemisch aus Chili und Kokosraspeln bzw Thunfisch und Kokos. Dazu gab es dann noch kontinentales Frühstück mit Wurst, Käste Toast und Marmelade. Omeletts, Croissants und frische Früchte gab es auch. Kaffee und/oder Tee sowie Wasser wurde gebracht,  Säfte gab es zum selber nehmen.
Mittags und Abends gab es Currys, Pasta, Früchte, und verschieden Beilagen sowie gebratenen Thunfisch. Nachspeisen gab es meist drei verschiedene. Manche waren lecker, manche sehr dröge.
Nach zwei Wochen wünscht man sich dann doch etwas mehr Abwechslung. Aber nach Bathala fährt man ja nicht wegen des kulinarischen Genusses, auch wenn die Currys immer lecker waren.
Probleme mit Tischen und Stühlen gab es nicht mehr. Das Personal war auch so flexibel, auf uns einzugehen, wenn wir mehrere Tische zusammenstellen wollten. Essen war bis auf einmal auch immer genügend da. Wir als Nachttaucher haben gerade noch was bekommen, die Jungs und Mädels von der Basis leider nur noch Brot… Wasser gab es immer genug und inklusive, was für Taucher wichtig ist – und auf den Malediven war es / ist ja leider oft genug anders.
Leider gibt es das Wasser nur in Plastikflaschen. Spender und wiederverwertbare Flaschen wären eine Verbesserung.

Das Tauchen

Grauer Riffhai

Grauer Riffhai

Adlerrochen

Adlerrochen

Vorweg müssen wir sagen, dass wir Pech mit dem Wetter hatten. Wir hatten Regen und Wolken im Februar und die Sicht unterwasser war teilweise katastrophal schlecht. Nur an 1,5 Tagen war sie gut. Aber immer schlechter als in Ägypten oder Palau. Die schlechte Sicht hat die Tauchfreuden doch oft – im doppelten Sinne – getrübt. Trotz der schlechten Sicht haben die Tauchgänge Spaß gemacht. Wir haben auf fast jedem Tauchgang Haie gehabt. Die obligatorischen Weißspitzen, dazu sehr oft auch sehr große Graue Riffhaie und ab und an mal eine Schwarzspitze.
Am Hausriff gab es dann noch eine Schule Adlerrochen, einmal zwei Mobulas, sehr viele Muränen und sogar ein Krakenpärchen bei der Hochzeit. Dazu natürlich Schnecken, Drücker und Schildkröten. Nicht zu vergessen die beiden Napoleons, wovon einer riesig war. Nachts von Haien umschwärmt zu werden am neuen Steg ist auch eine aufregende Sache. Besonders, da die Biester immer von hinten kommen. Wenn man sich umdreht, dann hauen sie ganz schnell ab.
Bemerkenswerte Tauchplätze waren:

Bathala - Einstieg II

Bathala – Einstieg II

Maaya Tila bei Nacht. Jagende Haie um einen rum, wow, was für eine Action, wie im Film.

Maalhoss Tila wurde von Jule ohne Marcel besucht und war das schönste Riff in der Gegend. Traumhaft mit Weichkorallen bewachsen. Malediven vor 20 Jahren?

Fishhead mit seinen Haien, Fledermausfischen, Schnappern und Schildkröten war klasse.

Ammenhai am Hausriff

Ammenhai am Hausriff

Das Hausriff ist teilweise sehr schön, aber vom Bewuchs in keinster Weise mit Ägypten oder den Philippinen zu vergleichen. Wir waren am Anfang heftigst enttäuscht, da es doch auf den ersten Blick trostlos aussah. Für Schnorchler gilt das nicht, den der Flachbereich ist wirklich noch bunt. Aber in Tauchtiefe ist es besonders um den neuen Steg (Einstieg 2) ein Trümmerfeld. Aber Richtung Einstieg 3 kommt eine schöne Steilwand mit Höhlen, in denen Ammenhaie schlafen. Ein sehr toller Bereich ist zwischen Einstieg 1 und 6. Toll bewachsen und teilweise Steilwand. Dazu viele Anemonen und im Blauwasser immer wieder Großfisch. Der Fischreichtum entschädigt für die fehlenden Korallen auf alle Fälle.

Jule

Jule

Der Größte Teil des Hausriffs ist Steilwand oder steiler Hang.
Die 6 Einstiege sind rund um die Insel verteilt und sind mit Schnorchelflossen und Kamera bei Niedrigwasser nicht immer leicht zu meistern. Man hat immer Angst noch mehr Korallen als schon geschehen zu beschädigen. Aber gut, dass es sie gibt. Die Alternative wären Speedboote, die einen zu allen Punkte des Hausriffs bringen würden.

Blenny

Blenny

ABER: Die Riffe sind alle in einem erbarmungswürdigen Zustand. Kaum noch intakte Korallen, teilweise richtige Trümmerfelder. Und das kommt nicht alles von der Korallenbleiche. Das Tauchen in der manchmal heftigen Strömung hat den Riffen  enormen Schaden zugefügt.

Dennoch finden wir – auch wenn wir nur eine Insel in einem Atoll gesehen haben – die Malediven taucherisch etwas überbewertet. Für Haie ist Palau einfach einen Tick besser.  Uns gefällt Koror mit seinen Restaurants auch besser als ein “Hotel” auf einer Insel.

Die Basis

Geisterpfeifenfisch

Geisterpfeifenfisch

Weißspitzenriffhai am Hausriff

Weißspitzenriffhai am Hausriff

Die Werner Lau Basis unter Leitung von Laurent war tadellos. Nannyfaktor war zwischen 0 und 10. Man musste zwar, das Gesetz verlangt es, Tiefe und Zeit in eine Liste eintragen, aber überprüft werden die Angeben nicht. Guides und TL (männlich wie weiblich) waren alle nett und kompetent. Wir waren bestimmt auch keine einfachen Gäste. Haben wir doch immer wieder vergessen uns in die Liste ein oder aus zu tragen…
Der einzige (gravierende) Nachteil war, dass es keine Geräteflossen gab. Marcel musste mit Schwimmbadflossen tauchen. Bei den Einstiegen ins Hausriff und der Strömung echt unspaßig. Auf der Homepage steht auch nicht, dass es nur diese ungenügende Ausrüstung gibt.  So, genug gemeckert.
Flaschenservice ist auf dem Weg zum Wasser ein Komplettservice, auf dem Rückweg ist es wörtlich zu nehmen, man muss sein Gerät an den Bänken zum Einstieg von den Flaschen trennen, Flaschen stehen lassen und den Rest zur Basis bringen. Oft sind wir dann aufgerödelt zurückgelaufen. Ging schneller und die Wege waren bis auf Einstieg 3 und 4 nicht lang.

Mit Werner Lau und jedem und jeder einzelnen der Basis von Bathala würden wir wieder tauchen.

Fazit Malediven

Malediven waren nett, muss man auch mal gesehen haben. Aber maledivensüchtig sind wir nicht geworden. Uns sind die Riffe zu stark zerstört. Bathala ist eine schöne Insel aber für unseren Geschmack ist sie zu dicht besiedelt. Ein Drittel weniger Bungalows wären Klasse. So bleibt es einfach nur ein Hotel auf der Insel und für das, was geboten wird zu teuer. Aber mit dem Vorteil, dass man den ganzen Tag ohne Schuhe rumlaufen kann. Ein Luxus, den man im Alltag leider nicht hat.

Bunte Fische

Bunte Fische

Aber eine andere Insel in einem anderen Atoll würden wir schon noch einmal ausprobieren. Oder Kandolohoo im selben Atoll? Vielleicht mit mehr Luxus? Oder auf eine einheimischen Insel? Es gibt doch sehr viel Auswahl.
Wir werden wiederkommen, aber nicht so bald. Doch das sagen wir zu Ägypten auch jedes Jahr…

Positiv hervorzuheben ist die Tauchbasis. Tauchen hat mit den Jungs und Mädels Spaß gemacht.
Danke auch an Conny, Katharina, Werner und Christoph für die schöne Zeit.

Ebenso Danke an Kurt und besonders an Andrea für die Flossen. Ihr habt mir den Urlaub gerettet.

Dubai

Burj Kalifa

Burj Kalifa

Im Anschluss an den Inselaufenthalt haben wir noch eine Nacht und zwei halbe Tage in Dubai verbracht. Gewohnt haben wir im Coral Deira, einem kleinen aber schick eingerichteten Hotel. Mit Minibar, Snacks und Internet auf dem Zimmer. Doppelzimmer mit gutem und reichhaltigen Frühstück für 30 USD. Check Out-Time regulär 12:00 Uhr, kostenlos verlängert auf 13:00 Uhr.

Nach dem Check in sind wir sofort zum Burj Khalifa bzw Dubai Mall mit dem Taxi gefahren. Taxis sind in Dubai spottbillig.

Dubai Fontaine

Dubai Fontaine

Wow, was für eine Stadt. Überall Hochhäuser und breite Straßen. Leider sind wir nicht auf den Burj Khalifa gekommen, man muss vorher reservieren. So müssen wir noch einmal nach Dubai fahren…
Dubai Mall war auch faszinierend, ein Einkaufszentrum der Superlative. Davor dann der künstliche See mit der Dubai Fontaine. Einer musikgesteuerten und nachts beleuchteten Fontäne.
Basar, Strand und Dubai Creek sowie Financeldistrict habe wir nicht geschafft anzusehen.

Faszinierend waren die Menschen aus aller Herren und Damen Länder.  Eine echte Multi-Kulti-Stadt. Die Araber laufen in ihren traditionellen Gewändern und die Frauen verschleiert rum. Die Asiatischen Frauen dagegen mit kurzen Röcken und knappen Tops. Kein rigoroser Islamismus wie in Saudi-Arabien.

Zurück zum Hotel haben wir die neue Metro genutzt – fährt alle 5 Minuten, ist sauber, hell und schnell. Die Baukräne drehen sich auch wieder. Die Krise scheint in Dubai schon überwunden zu sein. Hoffen wir es.

Fazit Dubai

Dubai

Dubai

Eine faszinierende Stadt mit beeindruckender Architektur und netten, freundlichen Menschen. Und im Gegensatz zu Ägypten aufgeräumt und sauber – trotz Wüste drumherum. Da wir noch nicht alles gesehen haben und gerne auf den Turm möchten, werden wir noch einmal wiederkommen und für mehrere Tage und Nächte bleiben…