Prolog

Wir waren auf der Suche nach einem kleinen Hotel in Safaga und sind dabei auf das Nemo Dive Center gestoßen. Dieses kleine Hotel (35 Zimmer) unter niederländischer und belgischer Leitung liegt direkt am Meer in Safaga. Stadt. Aufgrund unserer bisher sehr guten Erfahrungen haben wir wieder bei Sub Aqua aus München gebucht. Es wurde alles professionell und schnelle von Sub Aqua organisiert. Den Flug mit Condor hatten wir vorab im Internet gebucht – Condor hatte die besten Rückflugzeiten nach München und außerdem 30 Kilo Tauchgepäck pro Person frei. Diesmal verzichteten wir auf das vegetarische Menü, denn beim letzten Condor Flug im September gab es ein vegetarisches und ein fleischiges Essen für alle zur Auswahl. Neuerdings hat Condor seine Strategie geändert. Auf dem Hinweg gab es vegetarisches Essen und auf dem Rückweg das Fleischmenü für alle. Leider hat Condor ihre Strategieänderung nicht bekannt gegeben. Jetzt heißt es, beim nächsten Condor Flug wieder vegetarisch bestellen und 10 Euro extra bezahlen (unsere vegetarische Phase ist momentan vorbei – 2012).
Die Ankunft in Hurghada war entspannt, es war schön leer und wir waren in fünf Minuten durch die Passkontrolle. Bert, einer der beiden Besitzer, hat uns vom Flughafen abgeholt und mit seinem komfortablen Jeep zum Hotel gefahren.

Das Hotel


Größere KartenansichtDas Hotel liegt an einer nicht befahrenen Straße (oder sollte man Baustelle ohne Bauarbeiten sagen?) direkt am Roten Meer. Jetzt sollte die Straße wieder befahrbar sein.
Die Einrichtung des Hotels ist zweckmäßig und gut erhalten. Die Zimmer sind schön groß und sauber. Von unsrem Zimmer konnte man aufs Meer blicken. Marcel fand die Matratzen bequem, Jule hat die Betten verflucht. Trotz vieler Decken war es morgens doch recht frisch. – Um genau zu sein, es war sau kalt.
Das Essen war sehr gut, da wir kein Fleisch aßen, wurde für uns jeden Abend Fisch gegrillt – besonders lecker Barrakuda und Zackenbarsch. Zum Frühstück gab es das obligatorische ägyptische Essen und Nescafé – er gehört einfach bei Reisen dazu. Nachmittags haben wir in der Bar noch belegt Fladenbrote mit Käse und Tomaten gekauft (Sandwich auf ägyptisch) – sehr lecker. Das Essen auf dem Schiff war für Fleischesser bestimmt auch super, für Vegetarier aber noch o.k. Leider gab es manchmal für uns, die wir als letzte aus dem Wasser kamen, keinen Nescafé mehr.
Ein interessanter Aspekt ist die in unmittelbarer Nähe liegende Moschee. In der ersten Nacht sitzt man noch senkrecht im Bett, wenn er Muezzin um fünf in der Früh zum Gebet ruft. Später hört man ihn nicht mehr – es gibt einem aber auch das Gefühl in Ägypten und nicht in einer Touristenfabrik irgendwo auf der Welt zu sein. Besonders hervorzuheben ist die sehr familiäre Atmosphäre des Hotels. Guy und Bert, die beiden Besitzer, trifft man morgens beim Frühstück und abends beim Essen. Sie kümmern sich immer persönlich um das Wohlbefinden ihrer Gäste. Ein sehr großes Lob müssen wir auch dem kompletten Personal aussprechen. Alle sind sie freundlich und zuvorkommend, man hat nicht das Gefühl gehabt, dass sie nur für Bakshish arbeiten. Sie haben uns extra einen „Schinken“ für eine Freundin von uns und Ohrentropen für Marcel organisiert. Frühstück, Essen auf dem Boot und Abendessen waren im Preis inbegriffen. Für die Getränke und unsere täglichen Fladenbrote haben wir nochmal zusammen 50 Euro für 7 Tage bezahlen müssen. Wer gerne mehrere Deko-Biere trinkt, der kommt sicherlich auf einen höheren Betrag.

Die Basis

Zum Equipment können wir nicht viel sagen, da wir mit unserem eigenen Geödel angereist sind. Die Anzüge und dergleichen konnten auf dem Boot gelassen werden. Zum Spülen standen in der Basis zwei Becken zur Verfügung, bei Bedarf wurde frisches Wasser eingefüllt. Beim Schleppen war immer eine helfende Hand zugegen. Die Ausfahrten haben wir mit der Dory, dem Tagesboot gemacht. Die Dory war in ihrem ersten Leben ein Safari-Boot und dementsprechend geräumig. Meist waren wir nur zu fünft oder sechst auf der Dory, aber auch an einem extrem vollen Tag mit 27 Tauchern / Schnorchlern und sonnenbadenden Ehefrauen war genügend Platz. Auf Wunsch standen auch 15 Liter Flaschen (3,00 Euro) und Nitrox (6,00 Euro) pro Tauchgang zur Verfügung.
Einen Check-Dive gab es für uns nach der Brevet-Kontrolle nicht.
Jeder Tauchplatz konnte nach einem Briefing mit wunderschönen Tauchplatzkarten in Englisch und Niederländisch (manchmal auch in Deutsch) selbstständig betaucht werden. Zeitlimit bei den Tauchgängen lag bei 60 Minuten und Tiefenlimit bei 40 Metern. Am Ende des Tauchgangs wurden die Daten abgefragt und in eine Liste eingetragen. Überprüft und wirklich interessiert hat sich dafür keiner. Nannyfaktor 15% (Erklärung Nannyfaktor: hier klicken).

Die Tauchplätze

Jetzt kommen wir zu dem eigentlich wichtigsten, dem Tauchen. Jule wollte unbedingt zum Panorama Riff und zum Middle Reef. Marcels Interesse lag bei der Salem Express. Die Salem und das Middle Reef haben wir nicht gesehen. Wir waren beide sehr enttäuscht, dass wir auch bei gutem Wetter Tauchplätze mit so vielversprechenden Namen wie „Sandy Island“ angelaufen sind. Den nach unserer Ansicht nicht besonders aufregenden Tauchplatz „Tobia Hamra“ durften zweimal betauchen. Auch an „Tobia Arbaa“ (sieben betauchbare Erks) haben wir bei sechs Tauchtagen zweimal angelegt. „Tobia Arbaa“ war aber bei beiden malen sehenswert. Ein sehr schöner Tauchgang war das Wrack der „Tor El Arich“ beim Trockendock in Safaga. Trotz schlechter Sicht ein Tauchgang, den ich wiederholen würde. Ebenfalls sehr sehenswert war der erste Platz, den wir angefahren haben, „Sha’ab Sayman“ (Green Garden) mit sechs Adlerrochen. Dieser Platz kann aufgrund seiner sehr exponierten Lage nur an wenigen Tagen im Jahr angefahren werden.
Uns haben die Tauchplätze nicht so gut gefallen. In Dahab sind die Steilwände unschlagbar und im Süden gibt es einfach viel mehr Fisch (kleine und große). Besonders ärgerlich war für uns, dass wir an unserem letzten Tag zwei schon bekannt Tauchplätze angefahren haben. Unsrer Meinung nach muss es möglich sein, dass man innerhalb von sechs Tagen keine Plätze doppelt anfährt. Wir haben unseren Unmut auch geäußert und so wir mussten diesen Tag nicht extra bezahlen – nur die Riffsteuer wurde uns in Rechnung gestellt. Das stimmte uns dann doch wieder versöhnlicher. Jule hat noch das Hausriff betaucht und ist beim abtauchen beinahe einem Kuhnasenrochen auf den Kopf gestiegen. Das Hausriff hat Jule gefallen.

Fazit

Wenn wir wieder nach Safaga kommen würden, dann würden wir wieder bei Bert und Guy einkehren. Für alle, die die Tauchplätze um Safaga mögen, ist das kleine Hotel sehr zu empfehlen. Leider haben wir das, was wir sehen wollten nicht gesehen und der Rest hat uns nicht begeistert. Das war der größte Minuspunkt zum damaligen Zeitpunkt. Da die Atmosphäre im Hotel einfach klasse war würden wir, wenn wir nochmal nach Safaga kämen, die Nemos vielleciht nochmals probieren.  Eine Basis mit richtig gutem Hausriff wäre aber vielleicht doch noch besser.